ZUGFeRD oder XRechnung: Was ist der Unterschied?
Aktualisiert 2026-10-23
Beide Formate sind E-Rechnungen im Sinne der Neuregelung, und beide folgen derselben europäischen Norm, EN 16931. Der Unterschied liegt nicht im Inhalt, sondern in der Verpackung — und genau der entscheidet, ob Sie die Rechnung einfach öffnen können oder nicht.
Der Unterschied in einer Tabelle
| XRechnung | ZUGFeRD | |
|---|---|---|
| Aufbau | Reines XML | PDF/A-3 mit eingebettetem XML |
| Für Menschen lesbar | Nein, ohne Viewer nicht | Ja — das PDF öffnet sich normal |
| Für Maschinen lesbar | Ja | Ja, über das eingebettete XML |
| Typischer Einsatz | Rechnungen an öffentliche Auftraggeber (B2G) | B2B zwischen Unternehmen |
| Dateiendung | .xml | |
| Norm | EN 16931 | EN 16931 |
Warum ZUGFeRD „hybrid" heißt
Ein ZUGFeRD-Dokument ist ein ganz normales PDF — es lässt sich öffnen, lesen und ausdrucken wie jedes andere. Zusätzlich steckt im Dateiformat PDF/A-3 eine XML-Datei, die dieselben Angaben maschinenlesbar enthält. Der Mensch sieht das PDF, die Buchhaltungssoftware liest das XML.
Factur-X ist das französische Gegenstück mit demselben Aufbau. Ab ZUGFeRD 2.1 sind die beiden aufeinander abgestimmt, sodass eine Factur-X-Rechnung in der Regel auch als ZUGFeRD verarbeitet werden kann.
Welches Format bekommen Sie?
Das entscheidet der Absender, nicht Sie. In der Praxis heißt das: Sie müssen beide annehmen können. Eine .xml-Datei im Postfach ist fast immer eine XRechnung; ein PDF kann ein gewöhnliches PDF oder eine ZUGFeRD-Rechnung sein — ansehen lässt sich das von außen nicht.
- Kommt eine .xml-Datei an, brauchen Sie einen Viewer, um sie zu lesen.
- Kommt ein PDF an, prüfen Sie, ob strukturierte Daten eingebettet sind. Wenn ja, ist es eine E-Rechnung und das XML ist das Original.
- Beides aufbewahren müssen Sie in der Form, in der es angekommen ist.
Was für den Empfang wirklich zählt
Für die Pflicht, die seit 2025 gilt, ist die Formatfrage zweitrangig: Sie müssen beide lesen und archivieren können. Wichtiger ist, dass das Lesen keinen Umweg über einen fremden Server nötig macht. Eine Rechnung enthält Bankverbindung und Zahlungsziele — der Viewer auf dieser Seite arbeitet deshalb im Browser, ohne Upload.
Häufige Fragen
- Ist ZUGFeRD besser als XRechnung?
- Keines ist besser — sie lösen unterschiedliche Aufgaben. XRechnung ist der Standard gegenüber öffentlichen Auftraggebern, ZUGFeRD ist im B2B bequemer, weil die Rechnung auch ohne Spezialsoftware lesbar bleibt. Rechtlich erfüllen beide die Anforderungen.
- Kann ich eine XRechnung im Browser oder im Texteditor öffnen?
- Öffnen ja, lesen kaum. Sie sehen den rohen XML-Code mit Hunderten Zeilen Auszeichnung. Ein Viewer ordnet die Felder einer Rechnung zu — Positionen, Steuersätze, Beträge — und macht daraus eine Ansicht, die ein Mensch prüfen kann.
- Woran erkenne ich, ob ein PDF eine ZUGFeRD-Rechnung ist?
- Von außen gar nicht. Erst wenn die Datei auf eingebettete XML-Daten geprüft wird, zeigt sich, ob strukturierte Rechnungsdaten enthalten sind. Der Viewer auf dieser Seite macht genau das.
- Gilt EN 16931 auch außerhalb Deutschlands?
- Ja, es ist eine europäische Norm. Deshalb lassen sich XRechnung, ZUGFeRD und das französische Factur-X aufeinander abbilden — sie sind nationale Ausprägungen desselben Datenmodells.
Verwendete Werkzeuge
Dieser Text ist eine Orientierung und keine Steuerberatung. Für Entscheidungen im eigenen Unternehmen ist der Steuerberater zuständig.